Film

Bruchstücke der Kunst – Fables, Rebellion der Sinne

 

 

 

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Aufgewachsen in einer Bauernfamilie, begann sie schon früh, ihrem Drang nach dem eigenen ICH nachzugehen. Eine Ausbildung auf künstlerischer Ebene kam für den bodenständigen Vater aber nicht in Frage. So stieg Ruth Reiser in den Lehrerberuf ein.  
 


 

Bereits nach einem Jahr buchte Sie ein Ticket nach Amerika. Dort konnte sie sich ungehemmt ihrer Leidenschaft widmen. An der Universität von Seattle belegte sie nebst Englisch Kunstgeschichte und verschiedene Zeichenkurse. Zurück in der Schweiz versuchte sie sich wieder in ihrem gelernten Beruf zu etablieren. Der innere Rebell aber legte sich nicht. Ihr unruhiges Gemüt drängte nach Entfaltung. 
 


 

Verheiratet mit einem Innenarchitekten, der ein begnadeter Zeichner ist, wagte sie sich anfänglich kaum, aus seinem Schatten zu treten.
 Der Umschwung kam erst in Mallorca, wohin sie sich mit Kindern und Hund zurückzog, als ihr der sogenannte »Deckel« zu schwer wurde. Dort griff sie zu Stoff und Schere. Aus gefärbtem Leinen schnitt sie Motive, um sie dann auf Leinwand zu nähen. Bald aber drängte es sie raus aus dem Bild. Der einengende Rahmen fiel weg, und es entstanden Fabelwesen von zierlicher, subtiler Figuration. Mit der Zeit wuchsen aus den fragilen Objekten immer voluminösere und verspieltere Märchengestalten. Schwarze Schlangenwesen mit stilisierten Händen und riesigen Geschlechtsteilen entstanden. Aus den dunklen Gesichtern leuchteten wulstige Lippen knallrot. Körperlose Gestalten mit riesigen Köpfen entwuchsen spindeldürren Beinen. Am liebsten bearbeitet die Künstlerin sie mit klaren starken Farben. 



 

Die Skulpturen entstehen in einem arbeitsintensiven Verfahren. Ausgehend von einem Grundgerüst aus Metall, das sie zusammenschweisst, deutet sie Details wie Arme, Beine und Hände mit Draht an. Die endgültige Form entsteht aus Pappmaché. 
Für die Aussenfiguren arbeitet sie mit Polyestermatte, die dann endlos geschliffen werden muss und mit dem Spachtel nachgebessert wird. 
So kann dann Ruth, ihrer genialen und ungehemmten Lust am kräftigen Kolorit frönen.



 

Nach einem schweren Unfall hat sie wieder vermehrt zurück zum Bild gefunden, wo sie mit Pinsel und Acryl ihrem archaischen unbändigen Drang nach Form und Farbe Ausdruck gibt. 
Ihr künstlerischer Werdegang entspringt also einer puren Liebe und Neugier nach Formen und Farbe. Über ihr Schaffen meint sie selbst: »Es ist wie eine Mania von der du nie mehr loskommst«.